iCloud-Speicher haben Sie am Mac und iPhone eigentlich nie genug, Apple ist bei der Vergabe nämlich noch immer sehr sparsam. Der von Cupertino kostenlos bereitgestellte iCloud-Speicher von 5 GB ist viel zu wenig, die kostenpflichtigen Angebote aber nach meiner Meinung ungünstig gestaltet: Die preiswerten Abos für 50 oder 200 GB sind in einer Familie schnell verbraucht und dann bleibt nur noch das teure 2-TB-Abo für zehn Euro im Monat.
Ungenutzter Cloud-SpeicheriCloud-Speicherplatz wird schnell knapp, mit diesen sieben Platzspar-Tipps können Sie sich aber oft noch etwas Luft verschaffen. Das Löschen von Daten und Duplikaten ist langfristig aber nicht immer erfolgreich, etwa wenn Sie zu viele Hobbyfotografen in der Familie haben – dann haben Sie wohl nach jedem Urlaub wieder Platzprobleme. Es gibt aber noch einen weiteren Ausweg:
Fotos können Sie mit Cloud-Diensten wie Amazon Photos abgleichen.
Stephan Wiesend
Ich bin mir sicher, Sie haben massenhaft ungenutzten Speicher von anderen Anbietern zur Verfügung. Jeder Telekom-Kunde verfügt über 25 GB Magenta-Cloud, ein Microsoft-365-Basic-Nutzer kann auf solide 100 GB zurückgreifen. Microsoft-Family-Nutzern stehen sogar über 1 TB bei Onedrive zur Verfügung. Das genügt für tausende Urlaubsvideos und Jahrzehnte an Familienfotos.
Auch Amazon-Prime-Kunden bekommen kostenlosen Speicher zugeteilt. Amazon bietet seinen Prime-Kunden mit Amazon Photos nämlich unbegrenzten Speicher für Fotos.
Google stellt über Google Drive 15 GB kostenlosen Cloud-Speicher bereit – akzeptieren Sie eine Verkleinerung der Dateien, können Sie Daten sogar ohne Einschränkungen hochladen.
Hinzu kommen zahlreiche Anbieter mit kostenlosem Speicherplatz, etwa Mega, das 20 GB gratis zur Verfügung stellt. Ebenfalls interessant ist der Schweizer Anbieter pCloud, der bis zu 7 GB kostenlosen Speicher bietet – durch das Werben neuer Nutzer lässt sich dieser Umfang weiter erhöhen. Nicht zuletzt ist auch Box zu nennen, das 10 GB kostenfrei bereitstellt.
Jeder Anbieter stellt zudem iOS-Apps zur Verfügung. Das ergibt fast 80 GB an kostenlosem Speicherplatz!
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diesen Speicher sinnvoll zu nutzen. In erster Linie bietet sich das Auslagern von Fotos und Videos an, um Geräte zu entlasten und Daten sicher zu sichern.
Aber Achtung: Viele wichtige iCloud-Daten eignen sich nicht für die Auslagerung. So ist die Verwaltung von Passwörtern per iCloud hervorragend gelungen und schwer ersetzbar. Auch Lesezeichen und Adressbuch würde ich nur mit Apples Cloud-Diensten verwalten – diese Daten sind nicht nur sehr wertvoll, sie belegen zudem nur wenig Speicherplatz.
Fotos und Videos auslagernDie größten Speicherfresser sind nach meiner Erfahrung Fotos und vor allem Videos. Für eine halbe Stunde 4K-Video sollten Sie rund fünf Gigabyte Speicherplatz einplanen. Doch auch zahlreiche Bildschirmfotos sowie abfotografierte Dokumente oder Verträge summieren sich im Laufe der Zeit zu einem erheblichen Platzbedarf.
Eine effektive Methode zum Sparen von Speicher ist daher das gezielte Auslagern von Fotos und Videos in die Cloud. So können Sie insbesondere Ihre Videos bei Microsoft Onedrive speichern und anschließend vom iPhone löschen.
Nahezu jede Cloud-App für iPhone und iPad unterstützt zudem das automatische Hochladen im Hintergrund. Neue Fotos, Videos oder gescannte Dokumente werden dadurch direkt auf den Cloud-Server übertragen. Für Fotografen ist etwa Amazon Prime attraktiv: Über Amazon Photos lassen sich Fotos unbegrenzt hochladen, während für Videos 5 GB Speicher zur Verfügung stehen. Google Fotos bietet darüber hinaus eine integrierte Speicheroptimierung: Fotos werden dabei auf 16 Megapixel und Videos auf HD-Auflösung reduziert.
Auch Microsoft Onedrive hat seine Fotofunktionen deutlich ausgebaut. Der Dienst bietet Bildbearbeitungsoptionen und unterstützt beim Hochladen von Fotos und Videos inzwischen KI-gestützte Analysefunktionen. Aufnahmen werden automatisch verschlagwortet, sodass Sie gezielt nach Begriffen wie „Baum“ oder „Haus“ suchen können. Zudem erkennt der Dienst Gesichter und gruppiert Fotos nach Personen.
Spezialisierte Dienste wie Google Fotos und Amazon Photos überzeugen ebenfalls mit umfangreichen Verwaltungs- und leistungsfähigen Suchfunktionen.
Damit lassen sich Fotos nicht nur sicher archivieren, sondern auch komfortabel organisieren und schnell wiederfinden.
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Oft können Sie auch eine bestimmte App an einen Cloud-Dienst binden. So verwalten etwa Word und Excel Daten automatisch über Onedrive, auch der Notizenverwalter OneNote ist an den Speicherdienst von Microsoft angebunden.
Dokumente können Sie mit Microsoft Copilot archivieren, (früher gab es mit Microsoft Lens eine eigene App für diese Funktion) und sparen so Platz. Auch die iOS-App der MagentaCloud bietet übrigens eine eigene Funktion für das Erstellen und Hochladen von abfotografierten Dokumenten.
Auch Bildschirmfotos können Sie gezielt auf eine Cloud hochladen.
Die Magenta Cloud kann unter iOS und macOS verwendet werden und bietet Telekom-Kunden 25 GB Speicherplatz.
Stephan Wiesend
Backup besser mit iCloud?Eine der komfortabelsten Funktionen von iCloud ist das schnelle und einfache Erstellen eines iPhone-Backups. Sie müssen die Funktion nur aktivieren, und fortan werden Ihre Daten drahtlos auf Apples Servern gesichert. Auch WhatsApp können Sie mit iCloud zuverlässig sichern, ebenso Apples Nachrichten. Diese Funktionen lassen sich leider kaum durch einen anderen Dienst ersetzen.
Ein Backup ist aber unbedingt notwendig, auch beim Umzug zu einem neuen iPhone ist das iCloud-Backup hilfreich – falls etwas schiefgeht.
Allein das iCloud-Backup ist nach meiner Meinung ein triftiger Grund, doch ein kostenpflichtiges iCloud-Backup zu wählen. 50 GB kosten 12 Euro pro Jahr und diese Speichermenge reicht für die meisten iPhone-Backups vollkommen aus.
Alternativ könnten Sie Ihre Daten über einen Mac sichern. Dazu ist längst kein Anschluss per USB-Kabel mehr nötig, auch per Wi-Fi können Sie ein iPhone oder iPad auf den Mac sichern.
Früher war für diese Aufgabe iTunes zuständig, heute ist diese Funktion in den Finder integriert. Sie wird automatisch angeboten, wenn Sie ein iPhone an einen Mac anschließen und auf das iPhone-Symbol im Finder klicken.
Tipp: Damit auch Whatsapp-Daten gesichert werden, müssen Sie allerdings ein verschlüsseltes Backup erstellen.
DatenschutzEin Problem bei vielen Diensten ist der Datenschutz. So kritisiert etwa die Stiftung Warentest seit Jahren die Datenschutzerklärungen von Apple, auch die von iCloud wurde bereits bemängelt. Noch dazu stehen bei vielen Diensten die Server in den USA und es ist ein Zugriff amerikanischer Behörden möglich – das kann für Firmen ein Problem sein. Hier hat die Telekom einen Vorteil, auch pCloud verspricht, hohe Datenschutzstandards einzuhalten.
Umzugshelfer: Import und Export von Cloud-DatenSie nutzen einen oder mehrere dieser Cloud-Dienste schon länger und würden gerne Daten in einem einzelnen Dienst zusammenfügen? Das ist einfacher, als Sie denken:
Einige Cloud-Dienste unterstützen nämlich einen direkten Zugriff auf andere Cloud-Anbieter. OneDrive den Import von Google Drive und Dropbox. Auch Google Photos wird unterstützt.
Onedrive: Sowohl in der iOS-Version von Onedrive als auch beim Zugriff über den Browser können Sie unter den Optionen des Dienstes Clouddaten importieren. Die iOS-Version unterstützt Google Drive und Dropbox, die Webversion außerdem das Importieren von Daten von Google Fotos. Gut: Die Daten werden zwischen den beiden Cloud-Diensten direkt übertragen und der Import läuft komplett im Hintergrund ab.
Google Drive: Google Takeout ist eine eigene Exportfunktion für Google-Daten aller Art. Neben dem Export und Download der Daten gibt es für Google Fotos sogar einen Direktexport zu einem anderen Cloud-Dienst. Google Fotos unterstützt etwa die Übergabe der Fotos zu Onedrive, iCloud Fotos, Flickr und Smugmug.
pCloud: Auch pCloud beherrscht den Datenumzug von Facebook, Google, Microsoft, Dropbox, Facebook und Google Photos.
Fotos und Videos können Sie auch gut mit pCloud verwalten.
Stephan Wiesend
MultcloudEine interessante Möglichkeit, Daten zwischen Cloud-Diensten zu verschieben, bietet Multcloud. Der kostenlos nutzbare Dienst kann direkt auf knapp dreißig Cloud-Dienste zugreifen, auch iCloud Photos, Onedrive, Mega und pCloud werden unterstützt.
Sie können sich über den Dienst bei einem der Cloud-Dienste anmelden. Danach kann Multcloud auf diese Daten zugreifen und zwischen den Diensten verteilen. Verschiedene „Aufgaben“ lassen sich dabei konfigurieren.
Ist iCloud überfüllt, können Sie beispielsweise gezielt alle Daten, einen bestimmten iCloud-Ordner oder ein iCloud Photos-Album in einen Onedrive-Ordner kopieren. Auch das Backup eines kompletten Cloud-Dienstes ist möglich, etwa das Überspielen aller Google Photos-Dateien in pCloud.
Der große Vorteil ist, dass die Datenübertragung direkt zwischen den beiden Cloud-Diensten stattfindet, ohne Download auf ein Gerät.
Die kostenlos nutzbare Version ist allerdings auf 5 GB Transfervolumen pro Monat begrenzt und Sie müssen die Aufgaben manuell starten. Fortgeschrittene Kopierfunktionen und höhere Transfervolumen sind – wie zu erwarten – leider kostenpflichtig.
Multcloud kann Daten von iCloud zu Onedrive übertragen.
Stephan Wiesend
Zahlende Kunden können dann etwa vorgeben, dass die Datenübertragung zu einer bestimmten Tageszeit stattfinden oder automatisch synchronisiert werden soll. Möglich ist dann auch, dass die Daten nach der Übertragung auf dem Quell-Dienst gelöscht werden. Aktuell kostet der Dienst ab 71 Euro pro Jahr, es gibt aber immer wieder Sonderaktionen.
NAS als AlternativeEs gibt noch eine alternative Lösung: Sie können einen eigenen lokalen Server nutzen, etwa ein NAS. Hier läuft der Cloud-Dienst auf einem externen Gerät, die Daten bleiben also in Ihrem Netzwerk. Vor allem bei Firmen und kleinen Arbeitsgruppen haben sich diese Geräte bewährt.
Die Bedienung vieler NAS-Modelle ist allerdings nicht ganz einfach, viele sind auch nicht gut auf macOS zugeschnitten.
Besonders einfach bedienbar ist etwa die BeeStation von Synology. Diese bietet auch eine iOS-App und ermöglicht einen einfachen Datenexport von Dokumenten und Fotos.
NachteileDie Nutzung eines zusätzlichen Anbieters hat aber auch Nachteile. Bei pCloud störte uns auf dem Mac etwa die Aufforderung, eine tief ins System eingreifende Systemerweiterung zu installieren. Die Grundfunktionen stehen allerdings auch ohne diese Systemerweiterung zur Verfügung, der Online-Speicher kann auch über den Browser und die App genutzt werden. Auch die Oberfläche der MagentaCloud ist wenig komfortabel, vor allem die Mac-Version wirkt optisch stark veraltet.
In der Praxis funktioniert der Dienst Multcloud bei unseren Tests leider nicht immer problemlos. So gab es etwa bei einem Kopiervorgang zwischen iCloud und Onedrive Probleme mit einigen Dateinamen – Onedrive ist nämlich bei Dateinamen bedauerlicherweise sehr streng.
Zu guter Letzt steigt natürlich mit jeder zusätzlichen App die Komplexität – ein Anbieter wie Amazon kann plötzlich sein Angebot abändern. Oder Sie wollen Amazon Prime nicht mehr nutzen, haben aber alle Ihre Familienfotos auf Amazons Cloud-Dienst. Bei keinem der Anbieter entgehen Sie außerdem der Werbung für kostenpflichtige Zusatzangebote – aber das ist ja selbst bei Apple mittlerweile üblich.
Fazit:Haben Sie bei iCloud zu wenig Speicherplatz, können Sie Daten bei einem anderen Dienstleister auslagern. Vor allem für Videos und Fotos eignen sich Dienste wie Magenta Cloud und Amazon Photos gut – gerade für das Auslagern von Videos sind sie eine gute Alternative zu iCloud Fotos. Geht es aber um Backups, Passwörter, private Notizen und iMessage-Daten, kommen Sie um iCloud kaum herum.
Vorgestellte Dienste im Überblick DienstKostenloser Speicher / FreivolumeniCloud (Apple)5 GBGoogle Drive (Google)15 GB pro Google-KontoOneDrive (Microsoft)5 GB, bis zu 1 TB bei Abo Microsoft 365MagentaCLOUD (Telekom)3 GB kostenlos, 25 GB für Telekom-KundenpCloudbis zu 10 GB kostenlosAmazon Photos (Prime)Fotos ohne Einschränkung, 5 GB bei VideosMultCloud5 GB/Monat gratis Transfervolumen Box10 GB kostenlos aber Dateigröße maximal 250 MBMega20 GB kostenlos